In dieser kurzen Erzählung gelingt es Treichel den Zustand einer deutschen Familie in der Nachkriegszeit nach dem Erleben von Krieg und Vertreibung und dem Verlust des erstgeborenen Kindes sehr anschaulich zu schildern. Dieser verlorene erste Sohn und die Suche nach ihm bestimmen das gesamte Familienleben. Der zweite Sohn – der Ich-Erzähler – ist dabei nur ein Ersatz, der den verlorenen doch nicht ersetzen kann. „Jetzt begann ich zu begreifen, dass Arnold, der untote Bruder, die Hauptrolle in der Familie spielte und mir die Nebenrolle zugewiesen hatte.“ Treichel schreibt aus der Perspektive des Kindes und ermöglicht so meiner Meinung einen Einblick in das Innenleben eines Kindes, das von Anfang an nicht gemeint ist.